4. Mai 1902

Auf den Gänsen
Im Jahrbuch für Touristik 1954 berichtete Albert Kunze im Artikel „Plaudereien aus der Erschliesserzeit 1900–1905“:
Plötzlich hörte ich im Kamin, der zu unserem Gipfel führte, ein Scharren, Ächzen, Fluchen und Keuchen. Sehr oft hörte ich das Wort „Goddam“. Nach kurzer Zeit stieg ein junger Mann aus dem Kamin, stutzte, als er uns sah, grüßte und setzte sich an die andere Ecke des Gipfels.
Diese Episode ereignete sich am 4. Mai 1902 auf dem Hinteren Gansfels und war die erste Begegnung zwischen Albert Kunze und dem 17-jährigen Oliver Perry-Smith. Im weiteren Verlauf des Tages kletterten die Bergsteiger gemeinsam auf den Vorderen Gansfels, welchen sie über das Pelmoband erreichten. Anschließend stieg die Seilschaft durch den Gühnekamin ab.
1. März 1903

Falkenstein – erstes Neuland
Kunzeweg. Erste Begehung: Albert Kunze, Oliver Perry-Smith am 1. März 1903. Ziemlich schwierig. – Einstieg bei einem kleinen einspringenden Felswinkel, etwa 50 Schritt nordwestlich vom Einstieg zum Nordostweg und Nordkamin und etwa 100 Schritt östlich vom Einstieg zum Turnerweg. In eine wilde und hohe Schlucht (westlich von der Kleinen Zinne) hinein und in ihrem Innern etwa 25 Meter emporspreizen zu einem Absatz. Ein Kamin setzt nunmehr die Schlucht im Felsinneren fort. In ihm weit ins Innere hinein. Wo ein Felspfeiler diesen Kamin abschliesst, durch einen anderen Kamin links ab. Diesen weit ins Innere hinein (über ihm geht der Turnerweg am sogenannten Breiten Sprung hinweg) bis man nach links durch einen Spalt unmittelbar zur Gipfelplattform gehen kann. – Als Abstieg ist dieser Weg nicht zu empfehlen.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
Für Albert Kunze und Oliver Perry-Smith war der Kunzeweg am Falkenstein die erste Erschließung einer neuen Route im Elbsandsteingebirge.
16. Mai 1903

Mit Seilwurf
Die erste Besteigung der Lokomotive -Esse gelang der Seilschaft Albert Kunze, Wilhelm Jäckel und Oliver Perry-Smith am 16. Mai 1903. Allerdings mit Seilwurf.
Das Datum vom 16. Mai 1903 nennt Albert Kunze in seinem Beitrag „Die erste Besteigung der Esse“, der im November 1919 in den Mitteilungen des Sächsischen Bergsteigerbundes e.V. veröffentlicht wurde.
Im Gipfelbuch wird der 26. April 1903 als der Tag der Erstbesteigung mit Seilwurf genannt. Allerdings handelt es sich in diesem Buch nicht um die Originaleinträge der Kletterer, sondern Rudolf Fehrmann hat Jahre später die ersten Seiten ins Gipfelbuch übertragen. Möglicherweise hat er das auf einem hinterlassenen Zettel unleserlich geschriebene Datum 16.V.1903 mit dem 26.IV.1903 verwechselt?
7. Juni 1903

Esse (Hauptgipfel)
Von der Pfeife aus. Schwer und ausgesetzt. Erste Begehung: Albert Kunze, Oliver Perry-Smith, Hermann Simon am 7. Juni 1903. – Zunächst zur Pfeife: Entweder unmittelbar durch einen der beiden Pfeifenkamine oder auf dem Wege von Perry-Smith oder vom Dom her über den verbindenden Grat, den Kesselgrat. Nun ganz außergewöhnliche Lage. Von der Pfeife aus breiter bedenklicher Schritt*) hinüber an die Esse. Drüben auf ein Band in der Südwand hinauf und auf ihm nach rechts zu einem Riss, der zum Gipfel führt.
*) Manche ziehen es vor zu springen oder sich auf die Hände an die Essenwand hinüberfallen zu lassen.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
22. Juni 1903

Wieder an der Lok
Am 22. Juni 1903 stehen Oliver Perry-Smith und Albert Kunze erneut auf dem Gipfel der Lokomotive-Esse. Mit dabei ist diesmal Hermann Sattler. Seilschaftsführer Oliver Perry-Smith ist damit der zweite Kletterer, dem der Überfall im Vorstieg gelingt.
11. Juli 1903

Jahreserste
Am 11. Juli 1903 stehen Oliver Perry-Smith und Albert Kunze auf dem Gipfel des Matterhorns.
Zermatt, 11. Juli. Die erste diesjährige Matterhornbesteigung wurde heute ausgeführt von George C. Hillmann aus Buffalo mit den Führern Peter Pirren und Joh. Aufdenblatten aus Zermatt, und einer zweiten Expedition, bestehend aus Perry Smith aus Philadelphia und Kunze Fritz aus Dresden, unter Führung des zweiundsiebzigjährigen Vaters Knubel und dessen jüngsten Sohnes aus St. Nikolas. Ankunft auf der Spitze 10 ½ Uhr.
aus: Neue Zürcher Zeitung, Nummer 191 vom 12. Juli 1903
23. Juli 1903

Ansichtskarte aus Zermatt
Diese Karte schickte Oliver Perry-Smith von Zermatt am 23. Juli 1903 – dieses Datum steht auf dem Poststempel – an seine Mutter.
July 24th
Dear Mama ascended Weisshorn, a higher & more difficult mountain than the Matterhorn, with only one guide, made remarkable time 5 ½ hrs. from hut to summit, 4 ½ hrs. in decent to hut. Yesterday a German with 2 guides took 22 hrs. for same distance. Of course the steps were good on the in from yesterday, not a bit tired & have just changed my clothes. This is on of the longest climbs in Switzerland
Ollie
Frühjahr 1905

Training
Um sich für den geplanten Aufenthalt im Elbsandsteingebirge fit zu halten, boulderte Oliver Perry-Smith an der Natursteinfassade eines Hauses in Philadelphia. Dabei lies er sich fotografieren und schickte Aufnahmen davon an seine Freunde in Sachsen. Eines der Fotos, der Empfänger ist unbekannt, trägt die Widmung:
Zur Erinnerung an deinen treuen Freund Oliver Perry-Smith
Philadelphia 1905
Mai 1905

the noble art of „Rock-Climbing“
Im Mai 1905 bekam der sich in Amerika aufhaltende Oliver Perry-Smith Post von Rudolf Fehrmann.
In Anerkennung Ihrer herausragenden Leistungen im edlen Klettersport in der Sächsischen Schweiz, besonders als zweiter Führer auf die Esse, ernennt Sie hierdurch der Schwarze Kamin zu seinem Ehrenmitgliede.
Das hier gezeigte Dokument wurde vermutlich im Herbst 1908 ausgestellt und rückdatiert, denn in einem Brief von Oktober 1908 schreibt Perry-Smith an Fehrmann:
Bitte schreibe dein name unter ein stück papier irgend so was endlich wie du mich in amerika geschickt hast um zu mitteilen dass ich in S.K. war. Sende diese papier zu mir und ich werde sehen dass die andere unterschreiben Ihre namen drauf.
Juli 1905

Zurück aus Amerika
In Plaudereien aus der Erschließerzeit berichtet Albert Kunze über den Sommer 1903:
Perry-Smith hatte den Führer Joseph Knubel für zwei Monate verpflichtet und bestieg mit ihm fast alle Berge im Zermatter Gebiet. Nach diesen Bergtouren fuhr er zurück nach Amerika.
... Perry-Smith schrieb oft aus Amerika, er hoffe, bald wieder nach Dresden zu kommen, zur Zeit müsse er arbeiten wie ein Teufel.
... Im August 1905 traf Perry-Smith wieder aus Amerika ein.
Hier irrt Albert Kunze wohl ein wenig. Oliver Perry-Smith scheint schon im Juli 1905 wieder nach Dresden gekommen zu sein, da Ende Juli/Anfang August klettersportliche Aktivitäten von Perry-Smith bekannt sind.
27. Juli 1905

13. Besteigung
Laut eines Eintrags im Gipfelbuch der Lokomotive-Esse holte sich am 27. Juli 1905 die Seilschaft Oliver Perry-Smith und Wilhelm Kröhl die 13. Besteigung des Gipfels.
Wilhelm Kröhl ist auch der Fotograf der Aufnahme, nach der die hier gezeigte Ansichtskarte des Verlages der Gebr. Junghanns gefertigt wurde. Diese Information findet sich allerdings nicht auf der Karte. Sondern im Illustrierten Kalender „Bergheil“ des Jahres 1910.
Der Gipfelbucheintrag lässt keine Rückschlüsse darauf zu, wann das Foto aufgenommen wurde oder ob Perry-Smith der abgebildete Kletterer ist, da Wilhelm Kröhl mehrmals an der Lokomotive war.
30. Juli 1905

Schiefe Zacke
Massiger Felsbau unmittelbar nördlich vom Schiefen Turm, mit einem eigenartigen, treppenförmigen Absatz gekrönt.
Schuellerweg. Ziemlich schwierig. Erste Begehung: Hanns Schueller, Oliver Perry-Smith am 30. Juli 1905. – Der Weg verläuft an der Nordostwand wenige Meter rechts von der Südostkante. Man steigt gerade empor zu der von unten sichtbaren Kiefer auf der grossen Plattform südlich unterm Gipfel. Von da rechts haltend rasch zur Spitze.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
Im Kletterführer von 1923 wird diese Route nur noch als Variante zur Südostkante geführt, obwohl die Südostkante erst 1906 erstbegangen wurde. Von Oliver Perry-Smith im Alleingang.
2. August 1905

Großer Wehlturm
Alter Weg. Schwer. Erste Begehung: Rudolf Fehrmann, Oliver Perry-Smith, Hanns Schueller am 2. August 1905. – ... Dann gerade den Kamin hinauf bis zu seinem Ende an einem Ueberhang (hier ein überflüssiger Sicherungsring). Von da überhängender Einstieg in den engen, schrägen Riss rechterhand. Den Riss hinauf; oben ein Sicherungsring. Eine glatte, steile Rinne führt schliesslich zum Gipfel.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
Diese beiden Sicherungsringe im Alten Weg auf den Großen Wehlturm waren die ersten Sicherungsringe, die im Elbsandsteingebirge gesetzt wurden.
10. September 1905

Torwächter (Schrammtorwächter)
Eine kühne Felsnadel unmittelbar südlich vom (Grossen) Schrammtor, namentlich von Osten gesehen eine der schönsten Felsgestalten der Sächsischen Schweiz. Allseitig, besonders von Norden zum Schrammtor, mit hohen, steilen Wänden abfallend. Jahrelang von dem an der Westseite gelegenen Vorgipfel aus vergeblich bestürmt und schliesslich für unersteiglich erklärt, fiel der Gipfelsturm endlich am 10. September 1905 dem wiederholten Ansturme von Oliver Perry-Smith, Albert Kunze, Hanns Schueller. Besteigung sehr schwierig.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz 1908
12. September 1905

Oberer Ganskopf
Hanns Schueller und Oliver Perry-Smith gelang am 12. September 1905 die Erstbesteigung vom Oberen Ganskopf in Rathen.
Am 13. April 1948 stürzte der Obere Ganskopf zu Tal. In Folge dessen wird der Untere Ganskopf nur noch „Ganskopf“ genannt. Wer heute über den Alten Weg auf den Ganskopf klettert, könnte auf den Gedanken kommen, dass auch dieser Gipfel nicht das ewige Leben hat.
13. September 1905

Kleine Herkulessäule
An die
Sektion Dresden
des D.u.Oe.T.K.
Dresden A1
Grosse Brüdergasse 10
12.9.05
Der Sektion Dresden die Nachricht, dass heute die Südliche Herkulessäule in zehn Minuten ohne Seilwurf oder andere Mittel leicht erstiegen wurde; Die erste Besteigung.
Herzliches Bergheil
H. Schueller – D.u.Oe.T.K.
Oliver Perry-Smith S.K. (S.A.C.) D.u.Oe.T.K
In älteren Kletterführern wird der 13. September 1905 als der Tag der Erstbesteigung der Kleinen Herkulessäule genannt. Dann wurde diese Karte der Erstbesteiger den Kletterführerautoren bekannt und das Datum seit der Kletterführerausgabe von 1991 auf den 12. September 1905 geändert. Die Karte trägt jedoch zwei Poststempel. Jener vom Einlieferungspostamt Königstein zeigt: 13.9.05 7-8 N. In Dresden wurde die Karte mit 13.9.05 10-11 N gestempelt. N steht für Nachmittag. Warum sollte eine Karte vom Bielatal bis nach Königstein über 24 Stunden unterwegs sein? Ich halte das Erstbesteigungsdatum vom 13. September 1905 für glaubwürdiger, zumal Schueller und Perry-Smith am 12. September 1905 in Rathen klettern waren (Erstbesteigung Oberer Ganskopf). Möglicherweise hat sich Hanns Schueller beim Schreiben des Datums vertan und Rudolf Fehrmann bekam von den Kletterern die korrekte Information?
17. September 1905

Höllenhund
Am 17. September 1905 gab es in Rathen mehrere Erstbesteigungen und -begehungen an denen Oliver Perry-Smith beteiligt war.
- Lokomotive-Esse, Lammriss, Oliver Perry-Smith, Rudolf Fehrmann
- Vexierturm, Alter Weg, Oliver Perry-Smith, Rudolf Fehrmann, Arthur Hoyer, Oscar Elsner
- Höllenhund, Alter Weg, Rudolf Fehrmann, Oliver Perry-Smith, Athur Hoyer, Oscar Elsner
Das hier abgebildete Foto von Walter Hahn stammt aus dem Nachlass von Oliver Perry-Smith und befindet sich nicht im digitalen Bestand der Deutschen Fotothek Dresden.
18. September 1905

Nicht ganz geschafft
Am 18. September 1905 unternahmen Rudolf Fehrmann und Oliver Perry-Smith einen ersten Versuch die Barbarine zu besteigen.
„Nun was denken Sie?“ rief Perry-Smith herauf. „Nun, ich denke“, klang es nach unten zurück, „daß ich in einer Minute auf dem Gipfel stehen kann. Aber da meine Finger recht müde sind, habe ich nicht den Grad von Sicherheit, ohne den ich nicht gern steige.“ „So? Nun dann gehen wir morgen wieder an die Barbarine und kehren jetzt um“ rief Perry-Smith wieder herauf.
Das Foto von der Erstbesteigung der Barbarine wurde in der Januarausgabe 1906 der Zeitschrift „Ueber Berg und Thal“ veröffentlicht und trägt dort die Bildunterschrift: Ein Moment von der ersten Ersteigung der „Barbarine“ am Pfaffenstein, im Sommer 1905.
19. September 1905

Erstbesteigung Barbarine
Aus Pfaffendorf wird unterm 19. September berichtet: Der edle Klettersport in unserer herrlichen Sächsischen Schweiz ist am heutigen Tage um eine Erungenschaft reicher geworden. „Barbarine“, die steinerne Jungfrau, der sagenumwobene Felskegel am wildromantischen Pfaffensteine, ist erstiegen worden. Zwei Dresdner Herren, stud. jur. Pfehrmann und Oliver Perry-Smith, erreichten heute nachmittag gegen 5 Uhr den Gipfel. Lang und beschwerlich war der Aufstieg, gefährlicher wohl noch der Abstieg. Aber wer beide bei der Arbeit gesehen, mußte die Ruhe und die Sicherheit beider bewundern. Zur Erinnerung an die gefahrvolle Fahrt hinterlegten beide Herren ihre Karten und pflanzten als sichtbares Zeichen einen vom Bergwirt Keiler gestifteten Bergstock auf. – Schon am vergangenen Sonntag versuchten zwei Dresdner Herren den Gipfel zu erklimmen, kamen aber nur ungefähr bis zur Hälfte. Den beiden wackeren Kämpen aber sowie allen Freunden des Kraxlersports in unseren heimischen Bergen bringen wir von dieser Stelle ein kräftiges „Bergheil!“
20. September 1905

Zweite Besteigung
Mit Mühe und Not hatten wir es endlich so weit gebracht, dem Großen Wehlturm aufs Dach zu steigen. Da lief in den letzten Tagen des Monats August die aufsehenerregende Kunde durch die Reihen der Bergfahrer, daß der Prebischkegel „gefallen“ sei, aber nicht von uns, sondern von Nake und Genossen. Da endlich wurden auch wir munter und begannen zu antworten: Der Torwächter mußte vor Perry-Smith kapitulieren, Schueller erstieg die Herkulessäulen.
aus: Rudolf Fehrmann, Die erste Ersteigung der Barbarine
Einen Tag nach der Erstbesteigung der Barbarine, also am 20. September 1905 stand Rudolf Fehrmann mit Oliver Perry-Smith als Nachsteiger auf dem Prebischkegel. So sicherte sich die Seilschaft die zweite Besteigung dieser markanten Felssäule.
24. September 1905

Brandscheibe
Aus den gegen das Polenztal abfallenden Steilwänden ragt nahe der Aussicht auf dem Brand eine merkwürdige Felsscheibe heraus, die an sich unbedeutend ist, aber, von der Brandaussicht gesehen, stark auffällt. Dies ist die Brandscheibe. Erste Besteigung: Oliver Perry-Smith, Hanns Schueller, Arthur Hoyer, Oskar Elsner, Hans Göpfert am 24. September 1905.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
am 24. September 1905 findet sich eine weitere Erstbegehung im Kletterführer: Honigsteinturm, Alter Weg, Oliver Perry-Smith, Hanns Schueller.
Am selben Tag kletterten Oliver Perry-Smith und Hanns Schueller auch auf die Lokomotive-Esse. Dies war die 25. Besteigung des Gipfels.
27. September 1905

Prebischkegel
Nordweg. Sehr schwierige Wandkletterei, wohl etwas leichter als der Südweg. Festes Gestein. Erste Begehung: Rudolf Fehrmann, Hanns Schueller, Oliver Perry-Smith am 27. September 1905. – Von der Scharte zwischen Prebischkegel und dem Massiv des Kreuzsteins zu einem grossen Absatz an der Nordostkante, etwa 10 Meter über dem Fuss des Felsens, empor. Von hier an der Nordostkante gerade hinauf zu einem grossen, überwölbten Bande. Auf diesem wenige Meter nach rechts hin bis etwa zur Mitte der Nordwand. Hier den Ueberhang und die glatte Wandstufe über dem Bande mit Unterstützung überwinden und rasch zu einem kleinen Absatz. Von da weiter gerade durch die Nordwand empor auf eine kurze, seichte Rinne zu, die auf dem Gipfel endet.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
Diese Begehung war zugleich die 3. Besteigung des Prebischkegels.
28. September 1905

Raaber Turm
Einzelstehender Turm im Raaber Kessel, nördlich vom Kleinen-Gans-Felsen. Zugang unmittelbar vom Wege durch den Raaber Kessel oder vom Fusse der Kleinen Gans aus. Besteigung ziemlich schwierig. Erste Besteigung: Rudolf Fehrmann, Oliver Perry-Smith am 28. September 1905. – Einstieg etwa in der Mitte der Südseite. Hier schräg nach rechts über die Wand hinauf zum Einstieg in den Riss, der in der Südwand ganz rechts liegt. Diesen hinauf zu einer Plattform. Von da über die gratartige Ostseite zum Gipfel. – Die Besteigung lohnt wegen des eigenartigen Blickes auf die Raaber Kesselwände, ist aber nur bei trockenem Wetter zu empfehlen.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
4. Oktober 1905

Pferdegrundkegel
Ziemlich schwierige, lohnende Kletterei. Erste Besteigung: Rudolf Fehrmann, Oliver Perry-Smith am 4. Oktober 1905.
Der Turm ist mit dem Berghang nach Nordosten durch einen Felswall verbunden. Auf diesem an der Nordseite des Felsens und dort gerade empor zum Einstieg in einen engen Riss. In ihm hinauf bis zum zweiten Absatz unterm Gipfel (also bis auf etwa acht Meter unterm Gipfel). Hier auf überwölbten Bande bis zu seinem Ende an die Talseite (Westwand). Dort ein Ueberhang überwinden und gerade über die Wand hinauf zum Gipfel.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
Bereits im Nachtrag zum Kletterführer von 1913 wurde der Gipfel in „Hirschgrundkegel“ umbenannt.
Heute wird der Alte Weg am Hirschgrundkegel selten geklettert. Hingegen gehört die Emporkante am selben Gipfel zu den beliebtesten Kletterrouten der Sächsischen Schweiz.
31. Oktober 1905

Kleiner Wehlturm
Ostwand (Perry-Smith-Weg). Erste Begehung: Oliver Perry-Smith, Arthur Hoyer, am 31. Oktober 1905. Sehr schwierige und sehr ausgesetzte Wandkletterei; einer der schönsten Kletterwege der Sächsischen Schweiz. – Mitten durch die Ostwand zieht fast durch ihre ganze Höhe ein enger Riss herab; man benutzt diesen auf dem größten Teile der Kletterei. Einstieg da, wo einige vorspringende Felsklippen einen scharfen, einspringenden Winkel in der Ostwand bilden. In der innersten Ecke dieses Felswinkels einige Meter empor zu einem Absatz. Von da in den oben beschriebenen Riss, den überhängenden Einstieg von rechts her umgehen. Nun mit Benutzung dieses Risses in schwerer Wandkletterei gerade hoch empor. In Höhe von etwa 30 m ein Sicherungsring. Später wechselt man hin und her zwischen dem bisher benützten Risse und einem unmittelbar links davon liegenden, gleichlaufenden Risse. Hoch oben vereinigen sich die beiden Risse zu einem Spalt, durch den man – nunmehr leichter – einen Absatz an der Nordseite gewinnt. Von hier durch einen Kamin zum Gipfel.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
7. November 1905

Fehrmannweg solo
Im Gipfelbuch vom Mönch findet sich folgender Eintrag:
den 7. Nov. 05
Oliver Perry-Smith
Fehrmann weg
aufstieg u. abstieg
erste mal ohne Seil
auf der Gipfelbuchseite sind weitere Einträge von Perry-Smith zu erkennen. Am 11. November 1905 stand er zwei Mal auf dem Gipfel. Offensichtlich war er an diesem Tag in Begleitung von Franz Goetze vom „Schwarzen Kamin“ (Sepp S.K.).
20. November 1905

Zitronenkopf
Erste Besteigung durch Oliver Perry-Smith am 20. November 1905. Ziemlich schwierig. Der Zitronenkopf steht im westlichsten Winkel des Wehlgrundes.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
3. Dezember 1905

Schiefer Turm
Alter Weg. Ausserordentlich schwierig. Erste Begehung: Oliver Perry-Smith, Arthur Hoyer, Emil Kopprasch am 3. Dezember 1905. –
Von Norden her durch einen Kamin leicht auf die Höhe des Felsbaues, der den Turm westlich anliegt. Von da an der Nordwestkante etwa 3 m empor, dann durch die Nordwand, etwas nach links haltend, zwei Ueberhänge überwindend, hinauf zum Gipfel.
aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, 1908
17. Dezember 1905

Die Zweite
Nach der Erstbesteigung gelingt Oliver Perry-Smith am 17. Dezember 1905, diesmal mit Hans Göpfert als Nachsteiger, auch die zweite Besteigung vom Schrammtorwächter.