Oliver Perry-Smith

 Zeittafel ab 1910


10. September 1910

Karte von Oliver Perry-Smith an Agnes Adolph
Karte von Oliver Perry-Smith an Agnes Adolph

 

Liebesgrüße aus Dresden (From Saxony with Love)

 

Herzenslieb Agnes, Du mein treugeliebtes, gutes, Süsses Weib!

 

Lass Dich umarmen u. küssen mit mein innigsten Dankesküsse für Deinen so lieben Brief, den ich so bald wie möglich beantworten werde. Süsser Schatz die Sehnsucht ist nicht mehr zum aushalten, u. ich muss Dich recht bald wieder sehen, aber kann Dir auch nicht bestimmt sagen wann, hoffe aber am 14. des Monats, aber Du weiss ich komme so bald ich kann, da ich es nicht viel langer aushalten kann, ohne Dich mein einziges treues Weib.

Ich küsse Dich nochmals in heisser Liebe u. bleibe bis Ewigkeit Dein Ewigliebender, treuer Ollie

– Brief folgt –

 

Dresden, Jacobsgasse 11.

 

Am 10. Sept. 1910


Oktober 1910

Arthur Hoyer, Oliver Perry-Smith, Walter Hünig, Foto von 1910
Arthur Hoyer, Oliver Perry-Smith, Walter Hünig, Foto von 1910

 

Drei Bergsteiger

 

Dieses Foto soll im Oktober 1910 an den Falknertürmen entstanden sein. Die Kletterer unternahmen an diesem Tag einen erfolglosen Versuch den späteren Matthäusriss am Großen Falknerturm zu durchsteigen.

 

Von links nach rechts sind hier zu sehen: Arthur Hoyer, Oliver Perry-Smith und Walter Hünig.


23. Oktober 1910

Unbekannte Seilschaft im Matthäusriss am Großen Falknerturm, Foto: Walter Hahn, vor 1919
Unbekannte Seilschaft im Matthäusriss am Großen Falknerturm, Foto: Walter Hahn, vor 1919

 

Großer Falknerturm

 

Westweg: Aeußerst schwer. Max Matthäus, Oliver Perry-Smith, Hans Wagner, 23. Oktober 1910. – An der Westecke (Rauschengrundseite) in kurzer, schwerer Wandkletterei hoch bis fast zur Scharte nordwestlich des Turmes. Dann Quergang um eine Kante herum nach rechts zu einem Risse ind in diesem zu einem Absatz hinauf (Ring). Weiter den mächtig überhängenden, glatten Riß hinauf zu einem Felsloch. Von da leicht über kurze Wand zum Gipfel.

 

aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger in der Sächsischen Schweiz, Nachtrag 1913

 

Heute steht der Westweg als Matthäusriss im Kletterführer und ist frei geklettert mit dem Schwierigkeitsgrad VIIc bewertet.


15. Januar 1911

Postkarte an Perry-Smith, 1911
Postkarte an Perry-Smith, 1911

 

Fachkräftemangel Anno 1911

 

Mitte Januar 1911 hielt sich Oliver Perry-Smith wohl bei seiner Braut Agnes Adolph im Riesengebirge auf. Der Vater seiner Braut war der Besitzer der Neuen Schlesischen Baude.

 

Poststempel vom 16.1.11, Dresden Altstadt

Herrn Olliver Perry-Smith

in Neue Schlesische Baude

bei Ober-Schreiberhau

Riesengebirge

 

15.I.1911

 

Lieber Olliver!

Besten Dank für deine Karte. Leider ist keine Aufnahme so geworden daß sich auch nur einen Abzug lohnt. Alles unterbelichtet bzw. verwackelt. Eine Platte ist überdies zerbrochen. Es tut mir das sehr leid ich kanns aber nicht ändern.

Freundliche Grüße auch an Dein Fräulein Braut

 

Dein Hans Großer (Der schwer entzifferbare Schriftzug könnte aber auch „Dein Freund Großer“ heißen.)


21. Juli 1911

Oliver Perry-Smith in den Schrammsteinen, Foto: Johannes Kehling, um 1911
Oliver Perry-Smith in den Schrammsteinen, Foto: Johannes Kehling, um 1911

 

Sport im Bild

 

In Ausgabe Nummer 29 vom 21. Juli 1911 der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift „Sport im Bild“ findet sich ein Artikel „Klettersport in der Sächsischen Schweiz“. Text- und Fotoautor ist Johannes Kehling. Illustriert ist dieser Beitrag unter anderem mit einem Foto, auf dem Oliver Perry-Smith abgebildet ist.


16. Oktober 1911

Ansichtskarte der Neuen Schlesischen Baude im Riesengebirge, um 1911
Ansichtskarte der Neuen Schlesischen Baude im Riesengebirge, um 1911

 

Hochzeit

 

Am 16. Oktober 1911 heiraten Agnes Adolph und Oliver Perry-Smith im Riesengebirge. Der Vater der Braut, Gustav Adolph, ist der Besitzer der Neuen Schlesischen Baude. Rudolf Fehrmann kommt als Hochzeitsgast ins Riesengebirge.


24. März 1912

Urkunde vom Skiweitsprung im Riesengebirge
Urkunde vom Skiweitsprung im Riesengebirge

 

Gestandener Sprung

 

 

Am 24. März 1912 veranstaltete der Ski Klub Reifträger aus Schreiberhau ein Schneeschuh-Wettspringen an der Neuen Schlesischen Baude im Riesengebirge. Oliver Perry-Smith bekam den Preis für den weitesten gestandenen Sprung.


7. Juni 1913

Gipfelbuch Lokomotive-Esse, Gipfelbucharchiv des Sächsischen Bergsteigerbundes
Gipfelbuch Lokomotive-Esse, Gipfelbucharchiv des Sächsischen Bergsteigerbundes

 

Überfall

 

Zum 10. Jahrestag der Erstbesteigung des Gipfels der Lokomotive-Esse gab es am 7. Juni 1913 eine Jubiläumsbegehung. Neben den beiden Erstbesteigern Albert Kunze und Oliver Perry-Smith nahmen Franz Goetze, Rudolf Fehrmann, Max Matthäus und Rudolph Nicolai daran teil. Vermutlich gehörte auch der ganz unten auf der Gipfelbuchseite stehende Arymund Fehrmann zu den Teilnehmern der Jubiläumsbegehung. 

 

Seinerzeit zählte man die Besteigungen herausragender Gipfel über die 100 hinaus, die Jubiläumsbesteigung vom 7. Juni 1913 war die 867. Besteigung der Lokomotive-Esse.

 

Dieser Eintrag ist gleichzeitig der letzte von Oliver Perry-Smith, der sich im Gipfelbuch der Lokomotive-Esse findet.


8. Juni 1913

Gipfelbuch des Spitzen Turms, Gipfelbucharchiv des Sächsischen Bergsteigerbundes
Gipfelbuch des Spitzen Turms, Gipfelbucharchiv des Sächsischen Bergsteigerbundes

 

Löschnerwand

 

Albert Kunze, Oliver Perry-Smith und Johannes (Hans) Wagner kletterten am 8. Juni 1913 über die Löschnerwand auf den Spitzen Turm.

 

Laut des Gipfelbucheintrags stiegen sie über den gewöhnlichen Weg ab. So bezeichnete man früher häufig die „Alten Wege“.

 

Offensichtlich waren die drei Kletterer gemeinsam mit Walter Hahn, N. N. und Max Matthäus vom Club der Gipfelstürmer unterwegs, welche sich im Gipfelbuch vor ihnen eintrugen.


11. Juni 1913

Kletterfahrtenbuch von Karl Ullrich, Sammlung Bernd Arnold
Kletterfahrtenbuch von Karl Ullrich, Sammlung Bernd Arnold

 

In Rathen

 

An Hand der Tourenberichte der Mönchsteiner Pirna, des Gipfelbuchs vom Mönch und der Aufzeichnungen aus dem Kletterfahrtenbuch von Karl Ullrich lässt sich der 11. Juni 1913 als Klettertag rekonstruieren:

  • Mönch-Fehrmannweg, Oliver Perry-Smith, Richard Pötzsch, Karl Ullrich
  • Kleiner Wehlturm-(Süd)Ostwand, Oliver Perry-Smith, Richard Pötzsch, Karl Ullrich
  • Großer Wehlturm-Hünigwand, Oliver Perry-Smith, Richard Pötzsch, Karl Ullrich
  • Vorderer Gansfels-Süd(west)wand, Karl Ullrich, Oliver Perry-Smith, Richard Pötzsch

 


29. August 1913

Valentin Hölker, Spannagelturm, Alter Weg IV/E2, Foto: Helmut Schulze, 2013
Valentin Hölker, Spannagelturm, Alter Weg IV/E2, Foto: Helmut Schulze, 2013

 

Spannagelturm

 

Laut des Eintrags im Gipfelbuch kletterte am 29. August 1913 Oliver Perry-Smith mit Walter Lehmann vom Klub Daxensteiner auf den Spannagelturm. Eine Route trug die Seilschaft nicht ins Gipfelbuch. Es war damals üblich, nur wenn nicht über den gewöhnlichen Weg (Alter Weg) der Gipfel bestiegen wurde, dies auch im Buch zu vermerken.


14. September 1913

Felix Gottlöber, Hallenstein, Westweg VIIb/E2, Foto: Helmut Schulze, 2022
Felix Gottlöber, Hallenstein, Westweg VIIb/E2, Foto: Helmut Schulze, 2022

 

Hallenstein

 

Massiger Felsbau von beschränkter Selbständigkeit.

 

Westweg: VI; Perry-Smith, G. Christophe, Sept. 1913. – Etwa in der Mitte der W-Seite eine Folge unregelmäßiger Spalten. Durch sie z. G.

 

aus: Rudolf Fehrmann, Der Bergsteiger im Sächsischen Felsengebirge, 1923

 

Im Kletterführer von 1965 wird erstmals das genaue Datum der Erstbegehung genannt  der 14. September 1913. An diesem Tag findet sich auch ein Eintrag im Gipfelbuch vom Chinesischen Turm. Oliver Perry-Smith und George Christophe kletterten über die Nordwestwand auf den Gipfel, eine Erstbegehung von Perry-Smith aus dem Jahr 1906.


23. September 1913

Kletterer am Hauptwiesenstein, Perry-Smith-Weg, Foto Walter Hahn, um 1916
Kletterer am Hauptwiesenstein, Perry-Smith-Weg, Foto Walter Hahn, um 1916

 

Perrykante

 

Auf dem Foto ist die Seilschaft Rudolf Klemm auf den letzten Metern zum Gipfel des Hauptwiesensteins zu sehen. Allerdings benutzen die Kletterer nicht den heute üblichen Ausstieg der Perrykante, sondern steigen über den Alten Weg nach oben.

 

Erstbegangen wurde die Route von Oliver Perry-Smith, Karl Ullrich und Richard Pötzsch. Im Kletterführer wird als Erstbegehungsdatum der 23. September 1913 genannt. In alten Kletterführerausgaben finden sich nur Perry-Smith und Pötzsch als Begeher. Der Name von Karl Ullrich erscheint in der Literatur zum ersten Mal im American Alpine Journal des Jahres 1964, in einem Artikel zum 80. Geburtstag von Oliver Perry-Smith. Nachfolgende Kletterführer erwähnen dann auch Karl Ullrich.

 

Laut der Aufzeichnung von Karl Ullrich fand die Erstbegehung am Sonntag den 21. September 1913 statt. Das Tourenbuch der Mönchsteiner Pirna, dort war Richard Pötzsch Mitglied, nennt den 23. September als Datum der Erstbegehung. Pötzsch wiederum war nach den Niederschriften der Mönchsteiner am 21. September 1913 gemeinsam mit seiner Frau in Rathen am Talwächter klettern. Die Gipfelbücher von Hauptwiesenstein und Talwächter sind leider nicht erhalten.

 


28. September 1913

Harald Mothes, Schiefer Turm, Ostkante VI/E3, Foto: Helmut Schulze, 2016
Harald Mothes, Schiefer Turm, Ostkante VI/E3, Foto: Helmut Schulze, 2016

 

Schiefer Turm

 

Am 28. September 1913 kletterten Oliver Perry-Smith, Rudolf Fehrmann und Richard Pötzsch über die Ostkante auf den Schiefen Turm.

 

Im Tourenverzeichnis der Mönchsteiner finden sich weitere Informationen zum 28. September: Mittl. u. Nördl. Wiesenstein Perry* Pötzsch.


1. Oktober 1913

Gerit Sophie Heidel, Johanniskegel, Westkante V/E2, Foto: Helmut Schulze, 2022
Gerit Sophie Heidel, Johanniskegel, Westkante V/E2, Foto: Helmut Schulze, 2022

 

Klettertag im Bielatal

 

Am 1. Oktober 1913 finden sich im Kletterführer folgende Erstbesteigungen und -begehungen:

  • Pötzschturm, Alter Weg IV/E2, Richard Pötzsch, Oliver Perry-Smith
  • Johanniskegel, (Süd)Westkante V/E2, Oliver Perry-Smith, Richard Pötzsch
  • Johanniskegel, Süd(ost)kante V/E2, Richard Pötzsch, Oliver Perry-Smith

Laut des Tourenbuchs der Mönchsteiner kletterten Richard Pötzsch, Martha Pötzsch, Herbert Pötzsch, Oliver Perry-Smith und Agnes Perry-Smith an diesem Tag auch gemeinsam auf den Kleinen Mühlenwächter.


2. Oktober 1913

 

Uwe Flechtner, Daxenstein, Klavier VIIa/E3, Foto: Helmut Schulze, 2023
Uwe Flechtner, Daxenstein, Klavier VIIa/E3, Foto: Helmut Schulze, 2023

 

Klavier

 

Am 2. Oktober 1913 kletterte die Seilschaft Oliver Perry-Smith, Martha Pötzsch und Richard Pötzsch über eine neuen Route auf den Daxenstein, die heute als „Klavier“ im Kletterführer steht. In Rudolf Fehrmanns Führer von 1923 mit dem Titel „Der Bergsteiger im Sächsischen Felsengebirge“ stand dazu:

 

Ostkante: VII; Perry-Smith, Frau Pötzsch, R. Pötzsch, 2. 10. 13. Ostkante hoch, dann links die Wand zu Band. Weiter zu 2. Band (Ring). Schräg rechts hoch, dann rechts hangeln zur O-Kante. An ihr, oben über Überhang, z. G. (der Einstieg liegt rechts vom „gr. Felswinkel“.)

 

Martha Pötzsch war damit die erste Frau, welche im Elbsandsteingebirge an einer Erstbegehung im heutigen Schwierigkeitsgrad VII teilgenommen hat.


4. Oktober 1913

 

Gipfelbuch der Kleinen Herkulessäule, Gipfelbucharchiv des Sächsischen Bergsteigerbundes
Gipfelbuch der Kleinen Herkulessäule, Gipfelbucharchiv des Sächsischen Bergsteigerbundes

 

In Familie

 

Am 4. Oktober 1913 kletterte Oliver Perry-Smith gemeinsam mit seiner Frau Agnes auf die Kleine Herkulessäule. Das war die 651. Besteigung des Gipfels.


7. Oktober 1913

 

Emanuel Strubich, Daxenstein-Perryriss, Foto: Walter Hahn, 1916
Emanuel Strubich, Daxenstein-Perryriss, Foto: Walter Hahn, 1916

 

Perryriss

 

Beschrieben wird der Perryriss am Daxenstein erstmals im Kletterführer von 1923. Bis einschließlich der Kletterführerauflage von 1961 wurde der Aufstieg allerdings Westriß genannt.

 

Westriß: VII; Perry-Smith, R. Pötzsch, 7.10.13. – Von links her durch Schlucht u. Riß auf das breite Band in der Westwand. In dessen Mitte über Wandstufe zu Riß; diesen (Ring) z. G.


11. November 1913

 

Oliver Perry-Smith bei der Erstbegehung vom Falkenstein-Südriss, Foto: Walter Hahn, 1913
Oliver Perry-Smith bei der Erstbegehung vom Falkenstein-Südriss, Foto: Walter Hahn, 1913

 

Falkenstein

 

Südriß: VI; Perry-Smith, Fehrmann, A. Fehrmann, 11.11.13. – Von dem der S-Wand anliegenden Block rechts queren zu Riß. Durch ihn, an 2 Ringen vorbei, z. G. – Der überh. Teil oberhalb des 2. Ringes durch nach rechts ziehende Rinne umgehbar; ebenso das überh. Rißstück in etwa 1/3 Höhe der Wand rechts umgehbar.

 

aus: Der Bergsteiger im Sächsischen Felsengebirge von Rudolf Fehrmann, 1923

 


1. und 2. Februar 1914

 

Ehrenurkunde für Oliver Perry-Smith von 1914
Ehrenurkunde für Oliver Perry-Smith von 1914

 

Hauptverbandswettlauf

 

Am 1. und 2. Februar veranstaltete der Österreichische Ski-Verband den Hauptverbandswettlauf in Kitzbühel. Oliver Perry-Smith startete für den Skiklub Reifträger aus Schreiberhau im Riesengebirge und wurde „Meister von Österreich“ im Skilauf für 1914.

 


5. März 1914

 

Fotopostkarte an Richard Pötzsch, 1914
Fotopostkarte an Richard Pötzsch, 1914

 

Holmenkollen

 

Poststempel vom 5.3.1914

 

Herrn

Richard Pötzsch

Modewarenhaus

Pirna a. d. Elbe

Sachsen Deutschland

 

Mein lieber Richard! Nun endlich schreibe ich Dir nach dem grossen Ski Welt meisterschaft am Holmenkollen wo ich grossen erfolg gehabt habe und Preise in 50 Kilometer rennen sowie bei sprüngen bekam. Wie gehts Dir und Deine liebe Frau Gemahlin und den kleine Meisterkletterer. Komm einmal bitte nach den Riesengebirge. Am Sonntag 14. März ist grosses Sprung rennen

Viele herzliche Grusse sendet Dir Deine liebe Frau und Sohn

 

Dein tr. Freund Ollie


2. Juni 1914 

Oliver Perry-Smith am Steuer seines Rennwagens
Oliver Perry-Smith am Steuer seines Rennwagens

 

Rennfahrer

 

Diese Aufnahme, welche Oliver Perry-Smith am Steuer seines Automobils zeigt, schickte er am 2. Juni 1914 als Fotopostkarte an Richard Pötzsch.

 

Poststempel Dresden-Altstadt

Herrn

Richard Pötzsch

Modewarenhaus

Pirna a. d. Elbe

Am Markt 10.

 

Mein lieber Richard!

Danke herzlich für Deine lieben karte aus dem Spreewald. Freut mich dass du so eine schöne Pfingsttour machen konntest. Auf wiedersehen Mittwoch. Herzliche Grüsse an Deine liebe Frau u. Herbert und sei selbst herzlichst gegrüsst von Dein tr. Freund Ollie

 

2. Juni 1914


4. Juli 1914

 

Titelblatt Stiftungsfestzeitung der K.V. Rohnspitzler, 1914
Titelblatt Stiftungsfestzeitung der K.V. Rohnspitzler, 1914

 

Stiftungsfest der Rohnspitzler

 

Am 4. Juli 1914 feierten die Rohnspitzler ihr 10. Stiftungsfest im Kleinen Lichtenhainer Wasserfall. Laut Unterschrift auf dem Erinnerungsblatt der Stiftungsfestzeitung nahm Oliver Perry-Smith an dieser Veranstaltung teil. Von den etwa 30 Unterschriften kann man weitere Namen der Teilnehmer entziffern: Richard Franke, Alfred Gölfert, Hans Göpfert, Georg Habicht, Otto Jüngling, Hans Kühn, Kurt Langer, Albert Liebe, Willy Lorenz, Emil Nacke, Rudolph Nicolai, Felix Schultz, Erwin Thomas, Karl Thomas, Oskar Thomas, Felix Wendschuh, Alfred Werner und Karl Wiedemann.

 

Den Lichtenhainer Wasserfall bezeichnete man damals als „Kleinen Wasserfall“, der „Große Wasserfall“ war der Beuthenfall.

 


22. Juli 1914

 

Gipfelbuch des Spannagelturms, Gipfelbucharchiv des Sächsischen Bergsteigerbundes
Gipfelbuch des Spannagelturms, Gipfelbucharchiv des Sächsischen Bergsteigerbundes

 

Letzte Klettertour

 

Gemeinsam mit Richard Pötzsch und dessen Sohn Herbert klettert Oliver Perry-Smith am 22. Juli 1914 auf den Spannagelturm. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist dies die letzte dokumentierte Elbsandsteinkletterei von Oliver Perry-Smith. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ging er mit seiner Familie (zurück) nach Amerika.


11. Oktober 1963

 

Oliver Perry-Smith an seinem 79. Geburtstag
Oliver Perry-Smith an seinem 79. Geburtstag

 

Alte Freunde

 

Auf Betreiben von J. Monroe Thorington lies sich Oliver Perry-Smith an seinem 79. Geburtstag, dem 11. Oktober 1963 fotografieren. Für das American Alpine Journal des Jahres 1964 verfasste Thorington den Artikel „Oliver Perry-Smith Profile of a Mountaineer“. Dadurch kam es noch einmal zu einem postalischen Kontakt von Oliver Perry-Smith zu seinen alten Kletterkameraden aus vergangenen Elbsandsteintagen. Zu diesen hatte er über Jahrzehnte keine Verbindung, was nicht zuletzt daran lag, dass sich Deutschland und die Vereinigten Staaten in zwei Weltkriegen als gegnerische Parteien gegenüberstanden.

 

Oliver Perry-Smith war Ehrenmitglied im American Alpine Club.

 


27. April 1964

Postkarte an Oliver Perry-Smith von 1964
Postkarte an Oliver Perry-Smith von 1964

 

Garm.-Partenkirchen, den 27. April 1964

 

Mein lieber Perry! Von Nazi Pohle habe ich Deine Adresse. Hoffentlich geht es Dir u. Deiner lieben Frau gut u. zwar so gut wie uns. Wir wohnen das 6te Jahr schon in Ga.-Pa. in einem Altersheim inmitten von Schnee, Bergen u. Wäldern. Es ist für einen alten Bergsteiger herrlich hier. Ich bin jetzt 79 Jahre und Du wirst bald 80! Zu Deinem Geburtstag unsere allerbesten Glückwünsche. Verlebe den 80. recht angenehm mit Deiner lieben Frau Agnes u. Deinen Kindern. Ich denke noch recht oft ans verlorene Riesengebirge. Wie traurig für uns alle so schönes deutsches Land zu verlieren! – Wie lautet die Adresse von Guido Adolph? Er soll im Schwarzwald leben. – Bleib mit Deiner lieben Frau Agnes weiter gesund. Dir u. Ihr freundliche Geburtstagsgrüße von Deinem alten Bernhard Herz. mit Frau Hilde.

Mein Sohn ist auch schon 50. Jahre!

 

 

Bernhard Herz, Kletterer und Skilehrer, war einer der Nachsteiger der Seilschaft von Eduard Weinert, welcher 1910 die Erstbesteigung vom Wotanskegel gelang. Auch an der Erstbegehung der Südwestwand an der Nonne im Jahr 1909 war er beteiligt.


13. Oktober 1965

Brief von J. Monroe Thorington an Ralph Keiler, 1965
Brief von J. Monroe Thorington an Ralph Keiler, 1965

 

Post aus Amerika

 

Am 13. Oktober 1965 schrieb J. Monroe Thorington an den Wirt der Berggaststätte auf dem Pfaffenstein Ralph Keiler einen Brief:

 

DR. J. MONROE THORINGTON

204 CAMBRIDGE APTS.

PHILADELPHIA 44, PA.

 

Sehr geehrter Herr Keiler:

Vielen Dank für ihre wertvolle Schrift von 24-9-65. Ich habe sofort die schöne Barberine an Oliver Perry-Smith geschickt und wahrscheinlich wird es am seinen 81st Geburtstag ankommen.

Leider ist die Abschrift über seine Leben längst vergriffen. Wahrscheinlich aber können Sie es bei Georg Ehrlich anschauen. Als Ersatz sende ich sein Porträt, an seinem 80ten Geburtstag (1964) aufgenommen.

Ihr ergebener, 

J. M. Thorington

10-13-65

 

Georg Ehrlich heißt natürlich Willy Ehrlich. Im American Alpine Journal 1964 steht, das dem Brief beiliegende Porträtfoto von Perry-Smith (siehe hier den Eintrag vom 11. Oktober 1963) sei an seinem 79. Geburtstag im Jahr 1963 aufgenommen.


31. Oktober 1965

Geburtstagskarte an Oliver Perry-Smith, 1965
Geburtstagskarte an Oliver Perry-Smith, 1965

 

Zum Geburtstag

 

Wohl mit einiger Verspätung erhält Oliver Perry-Smith zu seinem 81. Geburtstag einen Gruß aus der Sächsischen Schweiz. Am 31. Oktober 1965 saß eine Gruppe Kletterer in der Berggststätte auf dem Pfaffenstein und schrieb eine Geburtstagskarte an Oliver Perry-Smith.

 

Dem Pionier der Sächsischen Kletterei herzliche Geburtstagsgrüsse

Willy Ehrlich + Frau, Walther Fritsche + Frau, Max Metzner u. Frau, Fritz Adam u. Frau, Gerhard Voigt, Werner Köhler + Frau, Erich Steiner & Frau, Kurt Heinrich u. Frau, Käthe Ketschau, Herbert Mayer ohne Frau, Karl Pröger, Paul Albrecht + Frau, Heinz Kögler

 

You will not now us but we know you, we are sitting on the Pfaffenstein!


23. September 2022

Crosby Perry-Smith mit Lebensgefährtin Janet Carlile und dem Hund „Happy Schnitzel“, Foto: Helmut Schulze, 2014
Crosby Perry-Smith mit Lebensgefährtin Janet Carlile und dem Hund „Happy Schnitzel“, Foto: Helmut Schulze, 2014

 

Crosby

 

Agnes und Oliver Perry-Smith hatten vier Söhne. Der jüngste, Crosby, wurde am 9. November 1923 in Cape May, New Jersey geboren. Crosby trat zeitig in die Fußstapfen seines Vaters und wurde ein erfolgreicher Skisportler und Trainer.

 

Am 23. September 2022 ist Crosby im 98. Lebensjahr in Steamboat Springs, einem Wintersportort in Colorado, verstorben.